95e Anniversaire de René Fournier

Konstrukteur, Designer und Urvater aller unserer „moteur-planeurs“ René Fournier lud am 7. Mai zur großen Geburtstags-fly-in-Feier in Amboise ein. Ein tolles Ereignis, welches etliche RF Fanatiker anzog.

Eine kleine Truppe, bestehend aus 3 RFs, brach Donnerstags über Christi Himmelfahrt auf, um das feierliche Ereignis noch mit einer kleinen Frankreich-Küstentour zu verbinden. Bei strahlend blauem Himmel und konstantem Hochdruckgebiet über Frankreich brachen wir mit viel Rückenwind auf.

Die erste Landung sollte zum Nachtanken in Montargis stattfinden. Ein freundlicher Mann eines ansässigen Vereins half uns beim tanken. Kaffee und weitere freundliche Vereinsansässige gab es auch. Nach kleinem aber interessantem Hallenrundgang stiegen wir wieder in unsere Flugzeuge und flogen weiter nach Fontenay (nähe La Rochelle), wo die erste Nacht verbracht wurde. Insgesammt schafften wir durch den Wind die Gesamtstrecke innerhalb von 4h zu absolvieren, was aufgrund den endlos weiten Rapsfeldern und der monotonen Landschaft erfreulich war.

Freitags war für mich das fliegerische Highlight der Tour. Die Streckenplanung war entlang der Westküste bis zur Halbinsel Quiberon, dann hoch in die Bretagne und die westliche Normandie bis Grandville. Wir flogen entlang wunderschöner Strand- und Felsküstenabschnitte, an Urlaubsdomizilen und großen Hotels vorbei. Fliegen am Meer finde ich jedes mal wieder aufs neue faszinierend. Das Wetter verschlechterte sich leider zunehmend im Westen, aufgrund eines Tiefdruckgebietes über dem Atlantik.

Zur Mittagszeit begann der Anflug auf Quiberon, auch ein beliebtes und tolles Sommerurlaubsziel. Die Landebahn liegt mitten in der dicht besiedelten Insel am Meer. Vergleichbar mit einem Infinity-Swimmingpool, startet und landet man hier „direkt ins Meer hinein“. Einfach wunderschön! Wir hatten nur einen kurzen Fußweg ins innere von Quiberon, wo es dann für alle die ersehnten Moules-Frittes gab. Nach ergiebigem Essen liefen wir zu unseren Flugzeugen und starteten aus dem bewölkten zunehmend schlechter werdenden Wetter in Richtung Norden, wo die Sonne wieder durchbrach und uns ein blauer Himmel erwartete.

Unser Flugweg verlief entlang der „Rance“ bis zur Mündung bei Dinard und Saint Malo entlang der eindrucksvollen alten Hafenanlage. An der Küste waren immer wieder die alten militärischen Einrichtungen zu sehen, wie auch einige der sehr bekannten, alten Leuchttürme. Getoppt wurde dies noch mit einem vorbeiflug am, in Ebbe liegenden Mont Saint Michel. Das Gefühl und der Eindruck, welcher aufkommt, wenn ein solches Monument umflogen wird, welches man schon vom Boden aus sah und besichtigt hat ist einfach faszinierend. Zehn Minuten später landeten wir in Grandville, wo die zweite Nacht verbracht wurde. Der kleine direkt am Meer gelegene Platz birgt mit dem Fußweg zum Stand auch einen besonderen Charme.

Samstags fand der Geburtstag von René statt. Wir brachen um 10 Uhr in Grandville in strahlender Sonne richtung Amboise bei Tours auf. Zwei Stunden kamen wir auf einem Platz voller RFs an. Letztendlich waren es ca. 50 Fournier Flugzeuge und ca. 200 Gäste von überall (sogar Amerika und Schweden!) Die Veranstaltung fand mit fantastischem Essen und Trinken in den Hallen des ansässigen Aeroclubs statt. Jeder konnte seine ganz besonderen Momente mit René Fournier, welcher in seiner bewegenden Rede alle einige male mit grandiosem Humor zum Lachen brachte. Bei gemütlichem Beisammensein ließen noch einige Partygäste den Abend ausklingen, bei eindrucksvollem Sunset Kunstflug von Anatol.

Am nächsten Morgen wurden wir von unserer Unterkunft abgeholt und wieder zum Flugplatz gefahren. – Von wem? René Fournier höchstpersönlich kam mit seinem Auto und fuhr uns. Ein unglaubliches Gefühl von seinem Flugzeugurvater, welcher quasi die letzte Lebende französische Fluglegende ist, zu seinem Flieger gebracht zu werden….

Der Rückflug ging wieder bei blauem Himmel über Montargis zum tanken zurück in die Heimat. Diesmal leider mit Gegenwind. Uns angeschlossen waren diesmal noch mehr der deutschen RF Piloten.

Ein langes Wochenende voller Eindrücke und bleibener Erinnerungen, an denen ich noch lange zehren kann. Ich bin froh in den Kreis des CFI gerutscht zu sein und die Möglichkeit habe das alles zu erleben.

Mai 2016 | D-KALC | Joel Lehmann