CFI Flug nach Sardinien: 24.–28.Mai

14 RF-Besatzungen (8D, 5F und 1It) haben an diesem ersten CFI Ausflug des Jahres teilgenommen. Treffpunkt der Teilnehmer war Bremgarten (EDTG) bei bestem Wetter, um dann gemeinsam entlang der Schweitzer Grenze über Grenoble nach Gap in den Alpen weiter zu fliegen. In Gap befindet sich die ideale Infrastruktur für eine Übernachtung. Nach einem 20-Minutenmarsch ist man im Ort Tallard, wo die Gruppe in der „Pizzeria du Chateau“ sich zusammen gefunden hat.

Donnerstag 25.5.

(Christi Himmelfahrt): Italien hat wegen dem G7 Treffen in Taormina die Grenzen geschlossen und wir müssen über einen Zollflugplatz einreisen. Von Gap starten wir gen Osten, passieren die Alpen am Col de Larche in 7000ft und sinken langsam auf der italienischen Seite mit Südkurs über die Apenninen nach Albenga an der Küste, dem „Airport of entry“, herunter.

In Albenga gibt es keinen Taxiway parallel zu dem 1400m langen Runway und der Afiseur (Tower Mensch) weist uns an, gleich auf die Bahn zum Vorfeld zurück zu rollen („backtrack“), eine Aufforderung die wir nicht befolgen können, weil die Flugzeuge alle hintereinander im Endteil sind. Nach dem Ausrollen verlassen wir alle die Bahn auf eine „gesperrte“ Intersection und warten bis die restlichen Maschinen am Boden sind. „Not amused“ kündigt uns der Tower-„Unmensch“ an, einen „Rapport“ zu schreiben(???). Das Intermezzo in Albenga kostet uns über eine Stunde, 22 Euro „Begrüßungsgebühr“, um unsere Pässe zu zeigen, bevor wir weiterreisen können. Wir setzen dann den Flug an der Küste entlang fort. Nachdem „Genua-Tower“ uns erlaubt an der, im Meer gebauten Landebahn vorbei zu fliegen. Später müssen wir  die „P-Zonen“ von La Spezzia im Inland umfliegen. Dies bringt uns Nahe an die eindrucksvollen Steinbrüche von Carrara, wo seit Jahrtausenden weißer Marmor abgebaut wird. Kurz später erreichen wir Lucca. Fausto aus Bozen erwartet uns schon. Nach dem Tanken geht es weiter über Elba mit anschließendem Kurs auf Korsika, noch 60 km entfernt. Die Wetterlage ist fantastisch, mit Sicht bis nach Ibiza und kein Wind; Alles Paletti.

Ab Bastia geht es herunter an der Ostküste Korsikas weiter. Wir passieren die Airbase von Solenzara (-heute ist Feiertag und es gibt keinen Krieg), bevor wir Bonifaccio an der Südspitze erreichen. Wir überspringen die 15 km Meeresenge und sind in Sardinien. Noch weitere 70 km gen S/W und wir erreichen unser Ziel Platamona, eine Aero Superficia, also ein UL Flugplatz ein paar km von Porto Torres entfernt. Nach einigen Vollkreisen erkennen wir die Bahn am kleinen, rot-weißen Hangar. Die Landung auf dieser kurzen und schmalen Bahn ist anspruchsvoll, weil wir von der Sonne in die Augen geblendet werden. Alle kommen heil runter, bis auf ein kleines, kaputtes Stützbein.

Die Franzosen entscheiden sich fürs Camping trotz rudimentären Bedingungen. Die anderen fahren mit dem Taxi ins Hotel Elisa, direkt an der Marina von Porto Torres und genießen ein gutes Abendessen in der Pizzeria Garibaldi, angeblich die beste von ganz Sardinien.

Freitag 26.5.

Heute ist ein Rundflug der Insel geplant, mit einer Pause auf dem Flugplatz von Parteolla, 15 km nördlich von Cagliari entfernt. Nach dem Abflug stechen wir mit Westkurs zum Meer und fliegen über Alghera nach Süden an der Küste entlang, bis Oristano (LIER). Ab Hier müssen wir die Küste wegen Militäraktivitäten verlassen und nehmen Direktkurs auf Parteolla. Dort wird vorwiegend Fallschirm gesprungen. Die 750m Bahn ist viel angenehmer als Platamona. Am Clubheim wartet ein tolles italienisches Essen auf uns. Es ist angenehm warm.

Nach einer längeren Pause auf den Liegestühlen starten wir wieder. Diesmal Richtung Ostküste und überfliegen zuerst ein karges, menschenleeres Berggebiet, bevor wir die Küste bei Tortoli (Arbatax) wieder erreichen.

Die Küste ist extrem steil mit hohen Klippen. Das Meer ist wunderschön Smaragd-blau gefärbt, daher der Name Costa Smeralga oder Smaragd-Küste.

Im Norden angekommen überfliegen zuerst die Avia Superfica von San Teodoro, eine bekannte UL-Basis und bekommen dann eine Freigabe für den Überflug von Olbia (LIEO), ein Flughafen mit intensiven Charterbetrieb.

Wir runden dann die Nordspitze Sardinien um, bebaut mit prachtvollen Villen und Marinas, da wo die schönen und reichen lieber unter sich bleiben. -Ich dachte mir –jaja- Italien was für ein armes Land am Rande der Pleite, mit so vielen armen Menschen. Dies könnte einem leidtun!

Wir passieren wieder den Capo Testo gegenüber Bonifaccio und fliegen das letzte Stück wie gestern bis Platamona, wo wir diesmal mit der Sonne im Rücken landen.

Wie gestern fahren wir mit den Taxis zum Hotel Elisa und genießen den Abend an der Terrasse unseres „Stammlokales“ Garibadi.

Samstag 27.5.

Heute wollen wir den Heimflug antreten. Die 4 Franzosen wollen direkt über Korsika über das Große Meer bis Cannes und  tarten als erste. Die deutsche Gruppe will über Elba nach Montagnana in Norditalien, wo eine Übernachtung eingeplant ist. 6 Maschinen starten zuerst jedoch 4 bleiben hinterher um kleine technische Probleme zu lösen. Wie beim Hinflug ist die Großwetterlage ideal, mitten in einem riesen Hochdruckgebiet. Die letzten 4 erreichen Lucca, als die ersten 6 wieder starten.

Nach dem Tanken und einer Erfrischungspause macht nach dem Anlassen der Zündmagnet einer RF4 wieder Probleme und der Motor kommt nicht auf Touren. Zum Glück hat die Maschine eine elektrische Zweitzündung und die Gruppe startet. Allerdings nicht nach Montagnana zu der anderen, sondern nach Envie, westlich von Turin zu unserem Freund Eugenio, weil wir bei Ihm den Zündmagnet reparieren können. Es folgt wieder ein 2 Stunden Küstenflug. Aber diesmal müssen wir Genua weit ins Meer umfliegen, nicht wegen Trump und Co. sondern wegen des Heiligen-Vaters zu Besuch in Genua.

Wir überfliegen die Apenninen wieder, diesmal bei schlechter Sicht und erreichen Eugenios Farm und Airbase, einem Acker der den anderen so ähnelt, dass wir nicht erkennen, welche Wiese die richtige Landebahn ist. Nach mehreren Anläufen peilen wir schließlich die richtige Wiese an und landen.

Es ist unser erster Besuch in seinem berühmten Bauernhof, mit zugelassenem LTB zugleich. Eugenio zeigt uns die „ Zimmer“ die bestimmt seit 200 Jahren nicht renoviert wurden. Dirk und Rene schlafen lieber draußen im Zelt.

Eugenio bereitet ein formidables Essen vor. Leider war weder Bier noch Wein da; dafür genug Prosecco im Schrank, die keiner trinken will – behauptet er. Wir sind nicht so wählerisch und entsorgen das süße Getränk!

Sonntag 28.5.

Eugenio hat schon für uns Kaffee gekocht und schraubt an einer Cessna. Werkzeug-Rollwagen und Hebekran stehen schon bereit. Cheesy und ich legen los und 1 Stunde später hängt der Motor am Kran. Der Fehler im Zündmagnet ist schnell ermittelt und beseitigt. Um 12.00 ist die Reparatur beendet und der Motor der RF4 läuft wieder normal.

Um 14.00 starten wir mit Ziel Kempten. Wir fliegen östlich von Turin bis zum Lago Majore, umfliegen die Milano-CTR im Norden bis Como. Dann fängt der Steigflug entlang des Como Sees bis zum 7000ft hohen Passo Monte Spluga und es geht bergab durch die Schweiz bis Chur, ein Stück Österreich streifend, bis Bregenz, wo der Rhein in den Bodensee mündet.

Nach 2,5 h sind wir in Kempten. Es war eine schöne und gemütliche Alpenüberquerung ohne lästigen und überflüssigen Funkverkehr!

1,5h später sind wir wieder in Speyer, wohl erhalten.

5 Tage, 22 Flugstunden, 3300 km und das alles bei einem Kaiserwetter! Wir waren alle einfach glücklich, dass alles so gut geklappt hat.

Zum Schluss einen großen Dank an unsere italienischen Freunde: Fausto, der den Flug nach Sardinien arrangiert hatte, da ohne ihn dieser Flug gar nicht möglich gewesen wäre. Und großen Dank an Eugenio, den wir regelrecht überfallen hatten und uns trotzdem so nett empfangen hatte.

So was geht doch nur im CFI!

Patrick Faucheron

14.06.2017

Treffen in Bremgarten

Ankunft in Gap

Flugzeug Check in Gap

Parking in Platamona

Costa Smeralda