Reise nach Blois

Blois Fly-in Bericht 11-13 Sept.

Blois Fly-in ( 11 bis 13 September 2015)

Wie jedes Jahr hatte der CFI France zum jährlichen Fly-in am 2. September Wochenende eingeladen, diesmal in Blois an der Loire.
Die Wetterlage war am Freitag „superbe“. Allerdings war klar, dass eine Kaltfront ab Samstag früh vom Westen greifen würde. Der ungewisse Rückflug am Sonntag sorgte im Vorfeld für einigen Absagen. Nicht nur unter den Deutschen, auch die Italiener und die Südfranzosen blieben wegen der Wetterprognosen auch Zuhause.

Für die Süddeutschen war das Treffen in Saverne (Elsass) am Freitag Mittag festgelegt worden, wo Philippe D. als Co-Pilot in die F-COPF einsteigen würde.
Wir entschieden uns für eine Pause auf der ehemaligen Airbase von Brienne le Chateau , kurz vor Troyes. Die Pattonviller mit dem Milan und Taifun entschieden sich weiter zu fliegen, mussten dafür in Montargis zwangsweise wegen eines Motorproblems landen. Für sie war Blois gestorben.

Am Freitag waren wir schließlich um die 25 RF´s in Blois vor dem modernen Tower versammelt. Engländer, Belgier und Niederländer waren auch gekommen.
Das erste Abendessen fand bei bester Stimmung am Flugplatz-Restaurant statt.

Samstag früh nach dem Frühstück regnet es Strömen ! Einige Teilnehmer lassen sich in der Stadt für einen Bummel absetzen, Ich dagegen fuhr für eine CFI Besprechung zum Flugplatz.
Ich dachte mir, zum Glück sind wir am Vortag nicht wie geplant nach Granville an der Normandieküste geflogen, sonst würden wir heute dort festsitzen ! Was soll´s . Muscheln gab es auch in Blois und die waren gar sogar lecker !

Samstag Mittags gab es ein gut organisiertes und reichhaltiges Buffet-Essen im Hangar des Aeroclubs. Danach fand der (unnötige) Briefing für den „Überfall“ auf die Airbase von Chateaudun, 40 km im Norden von Blois entfernt.
Die Regenpause war von kurzer Dauer. Kaum in der Luft mussten wir wieder unseren Fliegern eine Vollwäsche unterziehen. Zum Glück ist das Gelände flach . Mit Minimalsicht und knapp gemessene Wolkenuntergrenze tigern wir Richtung Chateaudun. Der Tower ist nicht mal besetzt, so können wir ohne überflüssiges Quasseln alle hintereinander ins Endteil der 2,5 km Landebahn eindrehen und landen…
Nach der Passkontrolle durften wir dann in einen Hangar mit einer sehr sehenswerten Sammlung an Militärflugzeugen eintreten.
Chateaudun ist die Endstation des französischen Luftwaffenarsenals. Hier werden die ausgemusterten Maschinen ausrangiert bis zur endgültigen Verschrottung.
Ein Oberst A.D. führt uns durch das Museum und gibt lauter interessante Details über die Technik der Kampfflugzeuge. Praktisch alle gebaute Muster seit den Fünfziger Jahren sind hier ausgestellt. Der Rundgang entpuppt sich zum Schnellkurs in die Überschalltechnologie. Ich war privilegiert, In O-Ton und Sprache viel zu lernen. Nach dem Rundgang scheint draußen die Sonne wieder ! Bei herrlicher Abendsicht fliegen wir nach Blois zurück.
René Fournier mit seinen 94 Jahren in aller Frische verkauft sein Buch und schreibt persönliche Widmungen . Was für eine Ehre für die Käufer !
Das gemeinsame Abendessen findet wie gestern im Flughafen Restaurant statt. Wie am Vortag ist das Menü hervorragend mit Boeuf Bourguigon als Hauptgericht …
Das Wetter für den Heimflug morgen ist unser Hauptthema. Jeder streichelt regelmäßig sein Smartphone um die Prognosen zu studieren. Danach müssten wir spätestens um 8.00 in der Luft sein bevor ein Großes Regengebiet ganz Westfrankreich vereinimmt.

Sonntag: wir schaffen es um 8:30 am Flugplatz anzukommen aber es ist in der Tat zu spät. Wir sehen wie Sylvain im Regen startet … Frag lieber nicht wie der Himmel aussieht, obwohl klar ist, dass er nach 20 km außerhalb des schlechten Wetters sein wird.

Für uns mit 3 RF´s ist es zu spät und wir müssen warten bis der Regen vorbei ist.
Wetter-Online hatte 13:00 prophezeit und musste Recht behalten. Schon toll diese Smarphone denke ich mir !
Um Eins ist der Regen vorbei . Wir warten nicht und fliegen los, nicht auf Direktkurs sondern Richtung Belfort weil das Nordelsass inkl. Rheintal (noch) dicht sind.

Tiefe Wolken zwingen uns zuerst nach Süden auszuweichen und so kommen wir ungewollt zum berühmten Schloss von Chambord, den wir in höchstens 300 Fuss überfliegen. Die Sicht ist aber sehr gut unter der Stratusschicht. So fliegen wir die nächsten 100 km über das Riesenwaldgebiet der Sologne und ihre zahlreiche Schlößchen im „ziemlich niedriger Flughöhe „ .
Ab Briare an der Loire hebt sich die Wolkendecke ständig an und bald haben wir Kumulanten und grosse blaue Löcher über uns und noch dazu Rückenwind !
Je weiter wir nach Osten kommen, um so besser wird es. Wir landen in Vesoul , checken das Wetter in Saverne und setzen den Flug fort weiter unter herrlichem Himmel entlang der Vogesen , am Grand Ballon d Alsace in 5000 Fuss vorbei.
Wir passieren Colmar, dann die Hohe Königburg als Geschenk vom Kaiser Willhem an seine lieben Franzosen, und landen schließlich bei schönstem Wetter in Saverne um Philippe raus zu lassen.
Der letzte Leg geht über Schweighofen mit dem obligatorischem tiefen Überflug .
Und um 17.30 landen wir in Speyer bei bester Laune !
Es war gewonnen !
Das war der letzte CFI Flug des Jahres. Wir haben es gewagt und gewonnen !
Ein spannendes und interessantes Wochenende !
Bis zum nächsten Jahr in aller Frische !
Papa Fox Sept. 2015